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Mondi Team Hawaii 2005?
Was ist denn das, und wer gehört dazu? werden sich sicherlich viele von Euch fragen. Nun ja, die nördlichsten Mitglieder für dieses Team heißen Tom Lorenzen und Kay Dittloff. Wer das aktuelle Triathlon Magazin (März - Ausgabe) aufmerksam gelesen hat, wird Tom und mich bestimmt schon erkannt haben. Wie es dazu kam und wie es weiter geht, möchte ich Euch jetzt schildern.
In der Oktoberausgabe des Triathlon Magazins erfolgte der Aufruf zum MONDI Team Hawaii 2005.
Interessierte Athleten konnten sich bis Anfang November für ein Sportlercasting anmelden. Es wurden keinerlei Auflagen (Mindestzeiten oder ähnliches) für die Anmeldung gefordert. Vor dem Schwimmtraining an einem Donnerstag traf ich Tom, und wir blödelten so rum und meinten wir sollten uns doch einfach mal bewerben. Also meldeten Tom und ich uns zum Casting an.
Dieses Casting fand an drei Wochenenden im November/Dezember im MONDI-HOLIDAY Ferienclub in Oberstaufen/ Allgäu statt. Die Kosten hierfür und ebenso die Anreise mussten wir selbst tragen. Am ersten Wochenende im Dezember waren Tom und ich an der Reihe. Wir fuhren tierisch gespannt nach Oberstaufen, und uns erwartete ein umfangreiches und interessantes Castingprogramm, inkl. Schwimmtraining, Vorträge, Expo und Casting mit Thomas Hellriegel. Schon am ersten Abend gab es eine lockere Talkrunde mit Thomas und den anderen Teilnehmern.
Für das Casting wurden aus ca. 300 Zuschriften ca. 200 Teilnehmer eingeladen. Also jedes Wochenende ca. 60-70 Athleten. Aus diesen "200" Teilnehmern wurden insgesamt 50 Athleten von der fünfköpfigen Jury ausgewählt (aufgeschlüsselt nach Altersklassen entsprechend der Anmeldungen für die jeweiligen Castingtermine).
Die hier ausgewählten Athleten, ich nenne uns mal Mondianer, haben im April 2005 die Möglichkeit, zum absoluten Sonderpreis an einem Trainingslager auf Lanzarote mit exklusiver Betreuung durch Thomas Hellriegel teilzunehmen.
Am 11. Juni 2005 starten diese 50 Mondianer dann beim Kohler Haardman, einer Mitteldistanz in Oer-Erkenschwick (Startgeld wird bereits von MONDI-HOLIDAY bezahlt). Dort qualifizieren sich die besten 12 (wiederum aufgeschlüsselt nach Altersklassen) für den IRONMAN Austria in Klagenfurt.
Diese 12 Athleten erhalten eine hochwertige Sportausstattung (Orca Neo und Wettkampfbekleidung) sowie für den Zeitraum bis zum IRONMAN Austria Rahmentrainingspläne von Thomas Hellriegel. Außerdem wird für diese zwölf Athleten das Startgeld für den IRONMAN Austria durch MONDI-HOLIDAY gezahlt.
Wer sich davon am 03.7.2005 beim IRONMAN in Klagenfurt für Hawaii qualifiziert, gehört zu den letzten "Mondianern" und nimmt an einem kostenlosen Trainingscamp im September 2005 mit Thomas Hellriegel im MONDI-HOLIDAY teil. Sie erhalten bis zum IRONMAN Hawaii Trainingspläne und Betreuung von Thomas Hellriegel. Zum Abschluss reist diese Gruppe dann gemeinsam als MONDI Team Hawaii mit Thomas Hellriegel zum IRONMAN Hawaii. Das Startgeld sowie die Kosten für Flug und Unterkunft werden ebenfalls von MONDI-HOLIDAY getragen.
Am Samstagmorgen wurde es für Tom bereits ernst. Während ich zum Schwimmtraining fuhr, und dort auch ausgiebig die neuesten Orca Neo`s testen konnte, musste Tom zum Castinggespräch vor die Jury treten. Tom berichtete später, er hatte ein sehr tolles Gespräch mit der Jury. In der Mittagspause gingen Tom und ich ein wenig laufen. Ich kann nur sagen, die Berge sind ganz schön steil gewesen, locker war der Lauf nicht.
Am Nachmittag war ich an der Reihe mit dem Castinggespräch. Ich war doch ganz schön aufgeregt, hätte ich eigentlich nicht gedacht. Nach einer schier unendlich langen Wartezeit war ich an der Reihe. Zunächst wurde von mir ein Foto gemacht. Ich wurde mit den Worten "das ist also unser Triathlon-Urgestein" begrüßt. Ich wunderte mich, aber die Begründung war recht einfach. Ich war der einzige Teilnehmer, der Triathlon schon seit 1986 betreibt. Diese Begrüßung tat mir gut und die Anspannung wich ein wenig von mir. Während des Gesprächs kam natürlich die Frage auf meine bisher erbrachten Leistungen, die ich ja bereits schriftlich bei der Bewerbung dokumentiert hatte. Es kam die Frage, wie ich mich denn einschätzen würde. Ich antwortete, dass mein Potential relativ gering sei, gerade im Hinblick auf die Hawaii-Quali. Ich würde schon viel erreichen, wenn ich in Oer-Erkenschwick unter die letzten zwölf "Mondianer" kommen würde. Da kam aus der Jury der Spruch: "Du bist der erste, der ehrlich ist, die meisten stehen auf der Stufe von Lance (Armstrong), und haben nur `ne Magenverstimmung im Wettkampf gehabt." Es kamen noch Fragen zu meiner Familie und meinen anderen Hobbys. Zum Schluss kam die Frage, warum ich mich denn überhaupt beworben hätte, angesichts meines Potentials. Ich antwortete ohne groß zu überlegen und sagte, dass ich die Idee so toll fände und einfach zum Team gehören möchte.
Dieses Castinggespräch war für mich eine tolle Erfahrung, und ich habe sehr viel Spaß dabei gehabt. Und im Vergleich zum Fernsehen (DSDS) brauchte ich auch nicht zu singen.
Am Abend war wieder gemütliche Talkrunde mit Hellriegel & Co. Tom und ich saßen mit Hannes Blaschke (Hannes Hawaii Tours) an einem Tisch. Bei gut schmeckendem Weißbier hatten wir viel Spaß mit Hannes. Wir ahnten ja nicht, was uns in der Nacht noch erwarten sollte.
So gegen 03:00 Uhr nachts war ein riesiges Grollen zu vernehmen. Die Schränke im Appartement wackelten und klapperten, Tom kam aufgeregt aus seinem Zimmer. Wir hatten soeben ein Erdbeben mit der Stärke von 5,4 auf der Richter Skala erlebt.
Am Sonntag standen für mich noch einige Fachvorträge auf dem Programm, während Tom schwimmen gehen durfte. Diese Vorträge waren toll, unter anderem lernten wir den Veranstalter vom IRONMAN Austria kennen. Auch der Vortrag von Hannes Blaschke machte Lust auf mehr. Am Sonntagnachmittag war es soweit, die Bekanntgabe der Teammitglieder war auf 14:00 Uhr angesetzt. Die Anspannung im Raum war deutlich zu spüren. Auf dem Tisch der Jury lagen 17 einzelne Umschläge. Jeder einzelne Umschlag wurde sehr langsam geöffnet und der Name bekannt gegeben. Die Jury hat es wirklich spannend gemacht. Es waren schon zwölf Mondianer nach vorn zur Jury gerufen worden, da fiel mein Name. Ich konnte es gar nicht fassen. Ich suchte Tom im Raum und habe ihm zugerufen. Er freute sich für mich. Ich war total sprachlos und konnte den anderen Teammitgliedern nur die Hand schütteln, ich bekam kein Wort heraus. Wer mich kennt, kann sich das gar nicht vorstellen, da ich eigentlich für mein Leben gern schnacke. Es waren noch zwei Umschläge auf dem Tisch, der sechzehnte Umschlag wurde geöffnet und Tom wurde aufgerufen. Ich freute mich so sehr für Tom, da er das bessere Potential besitzt, und nun auch nominiert war. Tom und ich gehören jetzt zu den 50 glücklichen Athleten, die eine Runde weiter sind.
Ab jetzt zählt nur noch die reine Leistung. Ich persönlich denke, ich habe ganz, ganz großes Glück, wenn ich in Oer-Erkenschwick unter die letzten zwölf kommen würde. Wenn nicht, ist es auch nicht schlimm. Denn ich habe ein tolles Wochenende in Oberstaufen gehabt, und ich fliege mit ins Trainingslager nach Lanzarote, um mit Thomas Hellriegel trainieren zu können. Und das allerbeste ist die Motivation, die ich aus dieser Aktion schöpfe. So etwas passiert dem "Triathlon-Urgestein", ich hätte das nicht für möglich gehalten. Und darum habe ich mich vorsorglich schon einmal für den IRONMAN Austria angemeldet, um gemeinsam mit den letzten zwölf einen tollen Wettkampf zu erleben. Sollte ich wieder erwarten auch zu den zwölf gehören, bekomme ich meine bereits gezahlte Startgebühr wieder zurück. Wie Ihr seht, ich habe nichts zu verlieren. Ich kann nur gewinnen.
Also drückt Tom und mir die Daumen, denn wir haben uns vorgenommen, Trias Flensburg würdig zu vertreten. Wenn Ihr noch Fragen haben solltet, so könnt Ihr mich ja während des Trainings gern ansprechen, oder bei einer Currywurst auf einem der Schnackabende nach dem Schwimmen.
Bis bald,
Euer
"MONDIANER" Kay Dittloff
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